

Als Doktor der
Philosophie und Beamter im k.u.k. Finanzministerium gehörte Johann
Nepomuk Hofzinser selbst zu den bürgerlichen Wiener Kreisen, vor
denen er auftrat.
Er führte als
erster im mondänen Rahmen seines eigenen Salons Kunststücke vor
und gab somit der Magie, die bisher auf Jahrmärkten und auf der
Straße zu sehen war, den Flair von Eleganz, der ihr bis heute anhaftet.
Zunächst stand seine Ehefrau als Gedankenleserin im Vordergrund,
rasch bezauberte er jedoch durch seine Anmut und Poesie die feine
Wiener Gesellschaft, die er geschickt in seine Vorführungen miteinbezog.
Die Zauberei
mit Spielkarten, der seine besondere Liebe galt, wurde von ihm zur
Kunstform erhoben. Erst im Alter von 47 Jahren gab er seinen bürgerlichen
Beruf auf und trat als Kammerkünstler in ganz Europa auf. Seine
persönliche Art der Zauberei war für die Bühne und eine größeres
Publikum jedoch nicht geeignet und so blieb ihm der Erfolg als Berufskünstler
versagt. Verbittert und verarmt starb er 1875 und verfügte testamentarisch,
daß seine technischen Hilfsmittel und Aufzeichnungen nach seinem
Tode vernichtet werden sollten.
Hofzinsers Erfindungen
- einer seiner berühmtesten Tricks ist der Rosenspiegel - haben
erstaunlicherweise bis heute nichts von ihrem Charme verloren: sie
werden noch immer in der selben Form verwendet bzw. gezeigt.
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Johann Hofzinser (1806-1875)
Gemalt von Liesl-Spurny-Schwarzmüller,
1995 im Auftrag von Magic
Christian
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